Am Morgen, kurz nach „Klar, Schiff!“, pardon, „Klar, Camper!“ navigiert uns Brigitte, mit der bereits gewohnten und vertrauten Stimme ihres Handys in Richtung Museum in Blenheim. Wir haben ja bereits in Australien ein solches, an die Weltkriege erinnerndes, privat geführtes, Museum besichtigt. So hat man schon eine gewisse Vorstellung, was man zu sehen bekommt.
Weit gefehlt! War die Ausstellung in Australien gerade mal ein Hangar mit zwar vielen zerlegten, oder ausgebauten Teilen und einem Freigelände, dass wirklich viele Flugzeuge, hauptsächlich aus dem 2. Weltkrieg, ausstellte, entpuppt sich das hiesige Museum als „Storyteller“, also Geschichten-Erzähler über beide Weltkriege.
In der ersten Ausstellung „Knights of the Sky“ dreht sich alles um die Flugpioniere des ersten Weltkrieges. Alle Flugzeuge, sonstige Objekte und Soldaten in Form von Puppen, sind in Szene gesetzt. Da ist nicht das Werk einer privaten Fangruppe, wie in Australien, sondern die Arbeit lokaler Sammler und Enthusiasten historischer Flugzeuge und eines wohl bekannten Filmregisseurs, nämlich Sir Peter Jackson, dem Macher u.a. der „Herr der Ringe“ und „Hobbit“ Trilogien. Er selbst stellte auch seine Sammlung historischer Flugzeuge aus dem WK I zur Verfügung.
Der Teil 2 heißt „Dangerous Skies“ ist genau so spektakulär aufgebaut. Wir durchwandern die verschiedenen Szenen aus dem bislang schlimmsten Krieg unserer Menschheit. Flugzeuge der meisten beteiligen Staaten sind in abenteuerlichen Bildern zu sehen. Die ausgestellten Soldaten wirken lebensecht. Natürlich fehlen auch nicht Vitrinen mit den Uniformen und Utensilien der damaligen Zeit.
Besonders bedrückt hat uns der Ausstellungsraum „Stalingrad“. Man kann sich das als zerbombtes Schlachtfeld in einer Art Kuppel vorstellen, auf der Videosequenzen gezeigt werden. Eine Kuppel wie ein Planetarium. Die letzte Szene des Videos zeigt gefallene Soldaten in Form von „Männchen“ wie auf eine Toilettentür. Ein Männchen entspricht 1.000 Soldaten. Und sie laufen über die Kuppel in unterschiedlichen Farben um die Alliierten, die Deutschen und Russland zu Visualisieren. Die Verluste sollten uns ermahnen, nicht nochmals in so einen Krieg zu schlittern.
Nach so beeindruckenden Bildern können wir nicht gleich weiter fahren. Wir setzen uns ins angeschlossene Kaffee und versuchen ein paar Eindrücke wieder zu vergessen.






