Unterwasserreinigung und Schiffshalter

Wir wollen in den nächsten Tagen nach Tahiti aufbrechen und unser Unterwasserschiff sieht wie ein wunderschönes Riff aus.

Normalerweise kein Problem, denn unser derzeitiger Ankerplatz vor Taravai ist sowas von Ententeich, dass das eigentlich ganz einfach zu bewerkstelligen wäre. Wären da nicht SIEBEN Stück Schiffshalter, die andauernd um Alrisha herumschwimmen bzw. sich an ihr anheften. Darunter sind zwei ziemlich große Typen dabei. Und Ferry hat am letzten Tag in Rikitea einen Festmacher im Hafen übersehen und so sein Knie komplett und den Ellenbogen aufgeschunden.

Ich schiebe es schon die ganze Woche von einem Tag zum nächsten. Irgendwie fürchte ich mich ein wenig vor diesen Tieren. Haie bin ich ja gewöhnt, aber diese Aasfresser? Zwei bis drei kann man einigermaßen im Auge behalten, aber 7 ist schon ein bisschen viel.

Es hilft nichts, rein ins Tauchzeug und unter das Schiff. Zum Glück haben sie mindestens soviel Angst vor mir wie ich vor Ihnen. Zuerst reinige ich mal die Schraube und dann müssen zwei Opferanoden getauscht werden. Eine hat sich schon komplett aufgelöst, die zweite wird nicht mehr lange halten. Da wir die Original Anoden in Panama nicht bekommen haben, muss Ferry zwei neue Löcher hineinbohren. 4 Löcher, einen Bohrer und eine Stunde später kann ich die alten gegen die neuen Anoden austauschen. Ja nicht die Schrauben verlieren, wäre echt blöd, denn das heißt wieder auftauchen. Der Schraubendreher ist mit einer Leine am Jacket festgemacht. Beim hineindrehen wird die Leine immer kürzer, was ist denn da wieder los? Die Leine wickelt sich um den Griff und wird somit immer kürzer. Also Leine abwickeln und weiter geht es. Nachdem ich keine Schraube verloren habe ?? und alles hoffentlich fest genug angezogen ist, beginne ich mit dem Reinigen des Unterwasserschiffes.

Ich bin mit 90 Bar hinunter gegangen, aber ich bin nie tiefer als 1,5 Meter und somit verbrauche ich fast keine Luft, wäre da nicht die Anstrengung. Die Sicht wird immer schlechter desto länger ich mit der Spachtel den ganzen Schwamm oder was es auch immer ist abkratze. Ich habe die beiden Seitenrümpfe fast fertig, als Ferry gegen den Rumpf klopft. Eigentlich wollte ich das Stückchen noch fertig machen, habe ich doch noch 30 Bar in der Flasche. Aber Ferry klopft und klopft und klopft, also komme ich rauf. „Du kannst keine Luft mehr haben, du kriegst eine neue Flasche.“. Mit den verbliebenen 30 Bar gehe auch ich nicht mehr runter.

Schnell ist die neue Flasche umgehängt und ich gehe nochmals rein. Ich reinige noch den Seitenrumpf fertig und beginne mit dem Boden. Desto näher ich zum Bug komme, desto näher komme ich auch meinen „Lieblingen“. Bei den Seitenteilen sind sie einfach von Backbord nach Steuerbord geschwommen. Jetzt sind sie ein wenig erbost, dass ich ihnen ihren Platz streitig mache, aber sie sind friedvoll und schwimmen bei mir vorbei Richtung Heck.

Am Schluss reinige ich noch den Wasserpass, der inzwischen schon wieder 20 cm lange grüne Algen hat. Als ich dann aus dem Wasser komme, habe ich am ganzen Körper ganz kleine Shrimps an mir herumkrabbeln. Wenn sie länger kein Wasser um sich haben, sterben sie, gut für mich, schlecht für sie. Dann gönne ich mir eine ausgiebige Dusche, denn das war eine dreckige Arbeit. Für das nächste Mal wünsche ich mir eine breitere Spachtel.

Derweilen hat Ferry Reis, Erdäpfelsalat mit Kürbiskernöl und panierte Hühnerschnitzel gekocht. Mhmm, abwaschen will er auch, da ich ja die Unterwasserarbeit übernommen habe. Aber das lass‘ ich nicht zu – abtrocknen darf er aber! ??

Morgen gönnen wir uns ein Da Capo des BBQs! Und am Montag werden wir nach Rikitea wechseln, hoffentlich Internet bekommen und uns für die Weiterreise fertig machen!

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vy 73 de OE3FWC/mm, Ferry, QTH: CG26lu