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Pechvögel und/oder Glückskinder

Unser Autopilot spinnt ja schon länger. Nun sind wir in der Marina, Alrisha bewegt sich nicht vom Fleck und weiß auf einmal nicht mehr was ein Geschaukel ist. Wir freuen uns darüber, denn so kann Ferry in aller Ruhe die Pumpe vom Autopiloten ausbauen, zerlegen und reinigen.

der kaputte und der gute Nippel

Von der Pumpe gehen 3 Schläuche weg, 2 sind für die links und rechts Bewegung und der dritte ist für den Ausgleichsbehälter von der Hydraulikflüssigkeit. Als Ferry die Schläuche wieder montiert, bricht ein Nippel und er schickt mich mit dem zweiten als Vorzeigestück auf Reisen. Es gibt hier genügend Hardwarestores, aber keiner hat diesen Nippel. Als ich am Ortsende bin, meint der letzte, da rauf die Straße, ca. 1,7 km, der hat das vielleicht.

 

die Hydraulikpumpe mit den 3 Eingängen

 

Noch einmal sehe ich einen Hardwarestore und versuche mein Glück. Leider nein. Wo ich denn schon überall war.  Ein Kunde meint, dass kann ich machen. Ich gebe Dir meine Telefonnummer und E-Mail. Irgendwie ist mir flau im Magen. Soll ich ihm mein einziges gutes Stück geben und ihm vertrauen? Natürlich, was soll’s.

 

 

Als ich das Ferry erzähle, sagt er mir, dass er noch einen hat, denn es sind ja 3 Schläuche zu montieren. Wir warten am nächsten Tag und wem höre ich da Brigitte rufen und mit 2 neuen Nippeln winken? Shane, bringt sie uns und Ferry erklärt ihm noch sein Problem mit dem Autopiloten. 50 FJD (25€) wechseln den Besitzer.

Am nächsten Tag baut Ferry den Autopiloten wieder zusammen. Soll ich sagen, dass überall im Cockpit Hydraulikölspuren sind? Er montiert die Schläuche richtig, kein Erfolg. Dann vertauscht er sie, der Fehler wandert. Dann tauscht er sie wieder zurück. Siehe da er hat in beiden Richtungen wieder Druck aufgebaut. Aber sobald man den Autopiloten gestartet hat, hat er hart Ruder gelegt. Noch einmal entlüftet Ferry das System, dabei muss er das Ruder dagegen halte. Auf einmal dreht sich das Ruder ohne Druck durch. Wir haben kein Ruder mehr. KAZUNGA! Was ist jetzt wieder kaputt?

 

das Kugelgelenk rutscht aus dem Gehäuse

Wir entscheiden uns, Shane anzurufen und mit ihm das Problem zu diskutieren. Er meint er kommt mit einem Freund um 18:00 vorbei. Und wir haben Glück im Unglück, denn der kann sofort das Problem eingrenzen und Shane einweisen was zu tun ist. Es ist nämlich die Schubstange, die den Ruderquadrant mit der Steuersäule verbindet einfach herunter gefallen. Das Kugelgelenk hat sich ausgehängt. Die Schubstange wird ausgebaut und Shane nimmt sie mit und will sie reparieren – etwas ist zu schweißen – und morgen wieder bringen.

 

so schaut das Original auf der anderen Seite aus – wieder poliert

 

 

Gegen 20:00 ruft er an, ob er noch vorbei kommen kann, denn er hat sie schon fertig. Eine halbe Stunde später, trotz heftigem Regen ist er fertig und wir können wieder das Ruder über das Steuerrad bewegen. Wir bezahlen ihm 125 FJD (60€) und wir trinken ein Bier auf die gelungene Aktion.

 

 

 

und das ist die Reparatur, die sollte bis NZ halten

 

 

Am nächsten Tag widmet sich Ferry noch einmal dem Autopiloten. Er schraubt alles fest und verbaut wieder den Ausgleichsbehälter und macht einen letzten Test. Dafür schaltet er die Navigation wieder ein. Und siehe da ein “boot” macht’s wieder gut!

 

 

 

 

Shane unser Retter in der Not

 

 

Sind wir nun Glückskinder oder Pechvögel? Wäre uns die Stange schon bei der Überfahrt  herunter gefallen, hätten wir kein Ruder gehabt und zu diesem Zeitpunkt auch keinen funktionierenden Autopiloten.  Wir wären getrieben, wohin auch immer, den der Windpilot setzt ein funktionierendes Ruder voraus.