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Tage in Rikitea

Die Zeit vergeht wie im Flug.

Wir hatten eine Woche lang ein Unwetter nach dem anderen und der Wind ging kaum unter 20 kn. War es einmal unter Tags schön, hatten wir in der Nacht Weltuntergang. Auch hat uns zwei Tage eine Front mit bis zu 35 kn Wind am Schiff festgehalten. Die Gendarmerie hatte sogar eine Sicherheitsmeldung herausgegeben: SECURITE SECURITE  SECURITE schallt es mehrmals aus dem Funkgerät. Selbstverständlich alles nur auf Französisch. Kurzum, man soll das Boot nicht verlassen!

Am 1. Mai ist ein Fest angesagt, es stellt sich als reines Sportfest heraus. Wir schauen kurz vorbei. Sie spielen Tischtennis und die Einheimischen haben ihren Spaß daran. Fest werden die Teams angefeuert. Wir bleiben eine Weile und machen dann einen Spaziergang. Wir können Jugendliche beim Musizieren und beim Sport beobachten. Hier hat noch nicht jedes Kind ein Handy. Sie sprechen noch miteinander und spielen mit Murmeln!

Das würde auch nicht viel Sinn machen, denn das Internet in diesem Atoll ist Mangelware. Freies Internet gibt es nur bei Jojo, einem Supermarkt und Restaurant und nur dann wenn sie es nicht selbst gerade brauchen. Verständlich, aber mühsam. Kaufen könnte man ein WiFi bei der Post, aber von diesem hört man nur Schlimmes. Wir haben es noch nicht selbst ausprobiert kostet die Stunde doch 5 USD. Meist ist es eine Frage der Geduld, wie lange man auf einer Stufe sitzen will, um vielleicht ein Mail zu versenden. Ist gerade ein Versorgungsschiff im Hafen, dann gibt es zwar am nächsten Tag Gemüse, aber es gibt kein Internet. Schön langsam gewöhnen wir uns an die neuen Gegebenheiten. Es wird wahrscheinlich in den Tuamotos nicht besser.

Während der Regentage schreibe ich einen Bericht über Pitcairn für den Trans Ocean Verein. Da fließt ganz schön viel Zeit hinein.

Außerdem musste ich einige Formulare ausfüllen, damit ich meine Firmenpensionsversicherung ausbezahlt bekomme. Das ausfüllen wäre ja nicht das Problem, sondern das Herunterladen des Formulars (20 MB) und das wieder versenden desselben kostete mich fast eine Woche und viele Nerven.

Auch ist jetzt klar, wir brauchen neue Batterien. Der Laderegler vom Windgenerator ist plötzlich mit 24 V in unsere 12 V Batterien gefahren und hat sie dadurch vorzeitig altern lassen. Wir bestellen uns welche in Tahiti. Es gäbe die Möglichkeit diese per Schiff nach Gambier zu versenden, nur sind unsere nicht lagernd und kommen erst Anfang Juni nach Papeete. Das ist uns zu spät. Somit beschließen wir hier noch ein wenig länger zu bleiben und dann direkt nach Tahiti zu segeln. Ist ja nicht weit, sind nur 1.000 sm. 😉 Das nächste Atoll wäre Hao und ist 500 sm entfernt. Die Entfernungen werden jetzt länger, nicht mehr wie in Kroatien 10-20 sm zur nächsten Insel. In Papeete wollen wir uns noch ein paar Ersatzteile aus Deutschland schicken lassen. Bloß wohin? Wir können es nun zu unserem Batteriehändler schicken lassen, der auch für uns die Zollabwicklung übernimmt.

In Tahiti werden wir die Verkabelung von den Ladereglern zu den Batterien neu machen. Da ist einiges falsch gelaufen, nach dem Systemwechsel beim Windgenerator (der alte kam mit gleich gerichtetem Strom, der neue mit 3-phasigem Wechselstrom). Und die Solaranlage wurde um zwei Paneele erweitert. Jetzt stimmen die Kabel Querschnitte nicht mehr.

Auch versuchen wir unsere Marina in den Marquesas zu verschieben. Wir wollen Mitte Dezember noch an einem Festival auf den Marquesas teilnehmen. Somit gehen wir erst Anfang Jänner an Land und danach geht es für ca. 6 Wochen nach Österreich.

Seglers Pläne sind eben in den Sand geschrieben.