Alrisha geht an Land

wo ist der Slipp Wagen?

 

Wir haben heute einen Kran Termin, eher einen Slipp Termin, denn gekrant werden die Schiffe in Europa. Hier werden sie mit einem Slippwagen und einem Traktor aus dem Wasser gezogen. Das haben wir auch schon in der Karibik, in Curacao, so erlebt.

 

da kommt er schon

 

Da die Werft 14 Tage Urlaub gemacht hat, wollen wir nochmals abklären, ob der Termin Stand hält. Ja, um 12:30 holen wir euch raus. Wir warten dann schon im Hafen mit dem Slippwagen auf Euch.

 

 

jetzt müssen wir nur mehr einparken

Noch haben wir Angst, dass ein Trimaran über unseren Anker liegt. Wäre ja nichts neues. Aber als wir Anker auf gehen wollen, ist der Skipper an Bord. Alles geht sich aus und wir sind pünktlich im Hafenbecken. Wer nicht da ist, ist der Slippwagen. Wir rufen die Marina an und fragen, wie lange die Verzögerung dauen wird. Um 20 Minuten verspäten sie sich. Also nochmals ankern. Aber bald sehen wir schon den Traktor mit dem Slippwagen kommen.

und schon ist sie aus ihrem natürlichen Element

 

Wir gehen Anker auf, die Leinen sind bereits alle klariert. Da eine Boje mitten im Hafenbecken ist, kommen wir beim ersten mal zu schräg zum Slippen. Beim zweiten Mal klappt das sehr viel besser.

 

 

Ferry schaut begeistert den Leuten bei der Arbeit zu

Schnell ist Alrisha auf dem Wagen und schon wird sie angehoben und der Traktor fährt Richtung Reinigungsstation. Noch nie durften wir während des Kranens, bzw. während des Slippen am Schiff bleiben. Hier bleiben wir an Bord. Komisches Gefühl mit einem Schiff durch die Gegend zu fahren – nicht in dem, ihren (*), angestammten Element.

 

alles unter Kontrolle

Alrisha muss auf engsten Raum gedreht werden und wird rückwärts eingeparkt. Eine Leiter kommt an die Bordwand und wir können von Bord. Uns trifft der Schock, als wir Alrisha’s Unterwasserschiff sehen. Ein ganzes Riff fahren wir da spazieren. Über und über mit Muscheln bestückt. Krebse kriechen heraus und sie „fischelt“ sehr. Sie brauchen 2,5 Stunden um sie mit dem Hochdruckschlauch zu reinigen. Heute sollen wir hier liegen bleiben, morgen kommen wir auf einen Zwischenplatz und am Donnerstag auf unseren angedachten Liegeplatz. So passiert heute nicht mehr viel.

toller Blick über die Ankerbucht

Kein schaukeln, kein Wasser Geplätscher, nur absolute Ruhe – himmlisch! Um 06:00 ist Tagwache und bereits um 07:00 werden wir verlegt. Während wir noch frühstücken, fährt man uns zum neuen Liegeplatz. Alles geht innerhalb kürzester Zeit und in einer absoluten Ruhe.

 

 

der Traktor zieht Alrisha auf seinen neuen Liegeplatz

 

Da unser Heck und die Bordwand ziemlich verschmutzt ist, rücke ich mit Bürste und Schwamm dem Dreck zu Leibe. Leider haben wir dort wo wir jetzt stehen, nur sehr weit entfernt einen Wasseranschluss. Somit kann ich nach der Reinigung nicht wirklich spülen. Diese Arbeit beschäftigte mich den ganzen Tag.

 

Ferry kann es kaum glauben

 

Ferry nimmt die Anoden herunter, reinigt den Propeller und holt aus den Ritzen die restlichen Muscheln heraus. Immer wieder müssen wir unsere Arbeit unterbrechen, denn es gehen mehrere Regenschauer über uns hinweg. Sind wir „froh“, dass die Regenzeit erst im Juli beginnt. 😉

 

da lebt ganz schön viel

 

Nach einer Dusche, die sanitären Anlagen (**) sind noch sehr notdürftig, fallen wir todmüde in die Kojen.

 

 

 

auch unser Propeller will eine Pflege

 

Da wir heute oder spätestens morgen umgestellt werden, erledigen wir andere Arbeiten. Der Windgenerator braucht eine komplette Reinigung, da er nur mit Sparflamme läuft. Falls doch etwas kaputt ist, können wir das Ersatzteil von Österreich mit nehmen, hoffen wir.

 

vorher und nach der Hochdruckreinigung

 

Wir haben so viel vertrauen zu den Jungs hier, dass wir uns von der Arbeit fast nicht abhalten lassen, als wir wieder verlegt werden. Es geht zwar der eine oder andere Ruck durch Alrisha, sonst merken wir so absolut nichts davon, verlegt zu werden.

 

unser neues Badezimmer

 

 

*) Schiffe sind per se weiblich! Das deutsche „das“ für „Schiff“ kann also nur ein Irrtum sein 😉

 

 

 

 

les toilettes

 

**) wie im französischen üblich sprechen wir von „les toilletes“. Also Mehrzahl, auch wenn es sich nur um eine Bretterbude handelt, mit genau einem WC und zusätzlich einem Schlauch, dessen Brausekopf irgendwo an einem Nagel hängt. Messieurs et Dames teilen sich das – zwangsläufig!

 

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