Carreto – unsere erste Kuna Siedlung

Nach nur 10 Seemeilen Motorsegeln fällt der Anker auf 5 Meter in der Bahia Carreto. Dort ist trotz der vorgelagerten Insel rollig. Wir beschließen heute nicht mehr an Land zu fahren und die noch längst fälligen Berichte zu schreiben. Um kurz nach 18:00 geht die Sonne unter und im Dorf brennen 3 Lichter. Um 19:00 ist auch das letzte Licht abgedreht und die Bucht ist einfach nur dunkel. Auch wir sind bereits kurz nach 20:00 in den Kojen.

Die ganze Nacht werden wir wie in einer Waschmaschine herumgeworfen. Endlich in der Früh wird der Ankerplatz ein wenig ruhiger, wir verfallen endlich in einem Tiefschlaf. Ich träume von jemand der andauernd “Hola” ruft. Irgendwann verfalle ich in einem Aufwachstatus und ich höre noch immer “Hola, Hola”. Ich schaue bei der Luke raus, da ist eine “Ulus” mit 2 Kunas drinnen.

Verschlafen wie wir sind, ziehen wir uns schnell etwas an und wünschen einen guten Morgen “Buenos Dias”. Sie begrüßen uns und wollen wissen, ob wir das Dorf besichtigen wollen. Natürlich, dafür sind wir ja gekommen, aber muss diese Frage unbedingt um 07:00 in der Früh gestellt werden? Der Preis für die Besichtigung 20 USD. Im Revierführer “Bauhaus” steht noch etwas von 5 USD. Naja, alles wird teurer. 😉

 

Wir frühstücken noch gut, dann das Dinghi startklar machen und schon düsen wir zum Anlegesteg. Es ist praktisch, dort sind Treppen und somit kann man gemütlich aussteigen.
Wir sind bei einem alten, verlassenen Kunadorf gelandet. Kinder begrüßen uns in ihren “Ulus” (Kanu). Das neue Dorf ist etwa 500 Meter entfernt. Wir glauben im Paradies zu sein, aber die Idylle täuscht. Überall Zivilisationsmüll, vieles sicherlich angeschwemmt, aber auch vieles selbst verursacht.

Wir kommen bei einer Wasserstelle vorbei, wo die Frauen ihre Wäsche waschen. Weiter geht es beim Fußballplatz vorbei, der sogar über eine Tribüne verfügt. Im Dorf dann, alle Häuser sind mit einem Bambuszaun eingezäunt. Im alten Dorf war alles offen. Die Straßen sind ziemlich eng, aber vielleicht kommt uns das nur so vor, werden doch die Kunas nur 1,50 Meter groß.

Wir sehen Frauen die Molas nähen. Das ist eine Art von Patchwork, nur nähen die bis zu 7 Schichten Stoffe übereinander und daraus ergeben sich symmetrische (traditionell) oder Papageien, Eulen (moderne) Muster. Anscheinend kann man hier aber keine Molas erstehen.

 

Die Frauen tragen hier ihre traditionelle Kleidung. Sie tragen einen “Saburet” (Rock) und eine Bluse auf der eine Mola aufgenäht ist. Viele Ketten aus bunten Perlen verzieren ihre Unterschenkel und ihre Unterarme. Noch traue ich mich nicht sie zu fotografieren. Die Männer sind westlich gekleidet.

 

Es ist interessant das Traditionale und die langsam einziehende Moderne zu beobachten. Man findet noch keine Handys – vielleicht wegen der fehlenden Netzabdeckung – es gibt aber eine Sattelitenschüssel im Dorf. Strom ist nur in homöopathischer Dosis vorhanden.

 

Der Chief wird im “Ulus” gerudert, aber viele sind schon mit starken Außenbordmotoren ausgerüstet. Apropos Chief, jedes Dorf hat seinen eigenen Chief.
Zurück an Bord gehen wir Anker auf.

Fotos liefern wir in diesem und den vorherigen Berichten nach, wenn wir wieder Internet haben.

Unsere momentanen Berichte übertragen wir via Amateurfunk, Winlink Netzwerk (Pactor 4 und Icom 802 SSB) vy 73 de OE3FWC/mm

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