Sturm überstanden und nun?

Fakarava – Hirifa

 

Vorweg uns geht es gut. Nach 3 Tagen Starkwind (bis 43 kn) und Starkregen, hat sich das Wetter auf viel Wind (bis 30kn) und viel Regen verbessert. Erst nach über einer Woche ging der Wind auf 15 kn zurück. Es ist immer noch total bewölkt, aber der Regen hat nachgelassen. Wir haben keine Schäden zu melden.

 

Fakarava-Tahuata

 

 

Den Vulkanausbruch bei Tonga haben wir nur aus den Nachrichten mitbekommen. Es gab in FP keine Tsunami Warnung.

 

 

 

Hiva Oa

 

Vor einem halben Jahr, erfuhren wir, dass man die 3 Jahresfrist für die Schiffe um 3-6 Monate verlängern kann. Viele Eigner haben im Juli an das DPAM geschrieben und um eine Verlängerung gebeten. Die Antwort war, sie sollten im Dezember die Anfrage noch einmal stellen.

 

 

Fatu Hiva – Hanavave

 

Wir dürfen uns ja ewig in FP aufhalten, aber das Schiff ist mit 3 Jahren bzw. 2 Jahren seit 07/20 vom Aufenthalt eingeschränkt. Natürlich kann es auch länger im Land bleiben, aber dann muss es verzollt werden. 7% vom Katalog-Wert sind zu bezahlen. Wir haben uns das ausrechnen lassen, es wären 6.200€, die wir bezahlen müssten.

 

 

Dokument der offen bzw. geschlossenen Grenzen

 

Tahiti – Überfahrt von Fatu Hiva

Ende Dezember ist die Antwort auf eine Verlängerung eine vernichtende. Alle die jetzt bereits länger als 3 Jahre hier sind, müssen mit 31.12. das Land verlassen. Es gibt keine Verlängerung mehr. Ihr müsst selber wissen, wann die Zyklon Saison ist und danach eure Reise planen. So eine Aussage – zwei Wochen vor Jahresende! Ein wenig kurzfristig, um eine Fahrt von über 2.000 sm zu planen. Viele Möglichkeiten haben wir ja alle nicht. Alle Länder Richtung Neuseeland, ausgenommen Fidschi, haben die Grenzen geschlossen. Bis Ende April ist hier die Zyklon Saison und alle Jahre streift oder trifft so ein Zyklon Fidschi. Früheste mögliche Abfahrt wäre Mai.

Moorea

 

Neuseeland ist nur dann offen, wenn man 35.000€ ausgibt und das vorher beantragt. Dieser Prozess dauert 2 Monate. Abgesehen davon kann man die Reise von FP erst im Oktober in Angriff nehmen. Sonst kommt man in die Herbst und Winterstürme.

 

Huhaine – Maroe

 

Die nächste Alternative ist Hawaii (2.600 sm). Dafür braucht man ein US Visum (B1/B2). Die Wartezeit beträgt derzeit 6 Monate und in Papeete gibt es kein amerikanisches Konsulat. Auch wenn man dieses Visum hat, sollte man nicht vor Mitte April starten. 

 

 

Raiatea – TeAraHitiNi’a

 

Eine weitere Alternative wäre Argentinien – Kap Horn (4.400 sm) – dafür müsste man rasch aufbrechen und das Schiff und die Crew sollte für die „roaring forties“ auch bereit sein. Absprung verpasst und beide Länder sind inzwischen geschlossen.

 

 

Zurück nach Panama (4.500 sm), dass ist fast immer möglich. Wer will zurück, das bedeutet Ende der Reise!

 

Tahaa – Motu Mahaea

 

Und wie sieht es nun bei uns aus? Die gute Nachricht ist wir dürfen noch bis 28.3. bleiben. Die schlechte Nachricht wir dürfen nur bis 28.3. bleiben. Warum sind wir noch immer in FP? Wir hofften, dass im ersten Quartal 2022 Cook oder Tonga die Grenzen für uns Segler aufmachen und wir nicht alle Inseln auslassen müssen. Leider geht der Wunsch nicht Erfüllung. Und Tonga ist jetzt bedauerlicherweise von einem Tsunami getroffen worden!

 

Tahiti – Taravao Einfahrt

 

Jetzt heißt es drei Wochen irgendwo U-Boot spielen danach ginge es nach Hawaii, das Visum wäre vorhanden. Dann weiter nach San Francisco, die Küste hinunter bis Mexiko und zum Abschluss wieder über den Pazifik. Wollen wir das wirklich?

 

 

Bora Bora – Vaitape

 

Für Fidschi (2.000 sm) sind wir noch zu früh. Noch eine Saison bleiben und bezahlen, das wollen wir definitiv nicht. Unser Dilemma ist, trauen wir uns in ein Zyklon Gebiet zu segeln? Eigentlich nicht. Somit bleibt uns und vielen anderen nur die Möglichkeit verstecken zu spielen. Und wie sieht das die Behörde in Fidschi, dass wir 8 Wochen gebraucht haben?

 

Bora Bora – Vaitape

Ist es überhaupt ethisch und moralisch von einem Land vertretbar, Leute des Landes zu verweisen, obwohl es die Wetterbedingungen und eine Pandemie nicht erlauben? Hätte man bereits im Juli gesagt, dass nach dem 31.12. keine Verlängerung mehr gewährt wird, hätte man planen können. Wir wären ziemlich sicher direkt nach Neuseeland gegangen, vor allem auch weil Alrisha dringend ein Refit braucht. Wir wollten uns einfach nicht den Papierkram antun und wir hofften darauf, dass wir ein paar tolle Inseln am Weg dorthin besichtigen können.

Somit sind wir Segler in die Enge getrieben worden, ähnlich wie es 2020 in der Karibik wegen geschlossener Grenzen, Hurrikan Saison und Covid passiert ist.

Den Artikel habe ich bereits Ende Dezember geschrieben. Es gibt inzwischen ein Einlenken seitens der Behörden. Viele der Ansuchen auf Verlängerung wurden mit 3 Monaten genehmigt. Wir werden in den nächsten Tagen auch um eine Verlängerung bitten. Wohin es geht? Wir wissen es noch immer nicht …

4 Gedanken zu „Sturm überstanden und nun?

  1. Andreas Platzer

    Das tut mir leid für Euch, es sind schlimme und unsichere Zeiten, egal wo, niemand weiß, was nächste Woche ist. Seid froh, daß Ihr schon so viel gesehen habt. und „die Hoffnung stirbt zuletzt“.
    Ich wünsch euch alles Gute, Fair Winds und immer einen Handbreit.

    Liebe Grüße Andy

    Antworten
    1. Brigitte Beitragsautor

      Lieber Andy!
      Ja, die Hoffnung stirbt zuletzt. Irgendwie geht es immer weiter.
      Auch dir wünsche ich immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel, was zur Zeit echt schwierig zu sein scheint.
      Liebe Grüße Brigitte

      Antworten
  2. Guepo

    Hallo ihr Lieben!
    Es ist anscheinend so dass es derzeit überall Probleme gibt. Klima, Überfischung, Wirtschaft, …. und Corona mit allen Nebenwirkungen. Langsam werde auch ich zum Pessimisten. 🙁 … wie kann das alles gut ausgehen?

    Ich wünsche euch guten Mut und eine schiffsfreundliche Entwicklung. Manche Leute würden natürlich sagen, dass dies ein Wohlstandsproblem sei. Aber es ist immer das ein Problem, was einem selber betrifft. Und nicht alle Segler sind aus Langeweile und zu viel Wohlstand unterwegs. Also:

    ALLES GUTE euch ALLEN (Seglern)

    Liebe Grüße
    Günter

    Antworten
    1. Brigitte Beitragsautor

      Lieber GüPo!
      Die ganze Welt spielt verrückt und wo es noch keine Probleme gibt, macht man welche.

      Sehr viele Segler haben lange darauf hingearbeitet, dass sie sich diese Reise bzw. dieses Leben leisten können. Wir haben mit Krieg oder Unruhen gerechnet und das man so das eine oder andere Land nicht bereisen kann. Aber nie hätten wir gedacht, dass die ganze Welt mehr oder weniger ihre Grenzen schließt.

      Auf eine bessere Zeit
      Brigitte

      Antworten

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