Und schon wieder ist ein Jahr um

Hiva Oa

Was für ein Jahr! Nach dem Lockdown wurde Mitte Mai endlich das Segeln in ganz Französisch Polynesien wieder erlaubt. Leider blieben alle Grenzen Richtung Westen geschlossen. Nur Fidschi öffnete die Grenzen für Segler. Doch der Preis ist hoch. Da sind mal die Visa Kosten und man ist mitten im Taifun Gürtel. Mittlerweilen ist auch Fidschi partiell geschlossen, d.h. man muss auf der Insel bleiben wo man eingereist ist.

 

Tahuata

 

Neuseeland hat nur gegen 50.000 NZ Dollar (30.000 €) die Tore geöffnet. Sie sind nicht verloren, stecken sie doch in Folge in der Renovierung vom Schiff. Aber auch danach sind die Grenzen geschlossen. Einige Segler weichen nach Hawaii aus, sofern sie schon ein US-Visum haben. Neue Visen werden nicht ausgestellt.

 

Rarioa

Also haben wir bald beschlossen wir bleiben noch eine Saison in FP. Somit entgehen wir dem Stress, wie soll es weiter gehen. Von Hiva Oa motoren wir nach Tahuata, wo wir ein wunderschönes Essen bei Jimmy erleben durften. Wir machten zwar noch einen Sprung zurück nach Hiva Oa, aber danach ging es von Tahuata nach Raroia. Diese Strecke segelten wir gemeinsam mit den Seenomaden. Überhaupt haben wir in diesem Jahr sehr oft Doris und Wolfgang getroffen. Da wir ja 2002 mit ihnen auf Nomad im Südatlantik unterwegs waren, war wenn wir uns später gesehen haben, immer die Rede davon sich einmal einen Ankerplatz zu teilen. Fast 20 Jahre später war es endlich soweit.

Makemo

 

 

Raroia hielt uns 1 Monat „gefangen“. Immer wieder war Wind bis zu 35 kn angesagt. Oft wechselten wir den Ankerplatz. Aber uns hat das Atoll sehr gut gefallen.

 

 

 

Tahanea

 

Endlich konnten wir Makemo anlaufen und die Stadt genießen. Weiter ging es zum unbewohnten Atoll Tahanea, wo wir viel getaucht sind.

 

 

 

Fakarava Südpass

Danach rief Fakarava nach uns. Soll es dort doch in den Pässen tolle Tauchspots mit vielen Haien geben. Aber zusammenbrechende Batterien hielten uns lange Zeit fest. Wir warteten auf Ersatzteile, rüsteten unsere Solarenergie auf und ersetzten unsere Laderegler. Ferry half Mathieu bei seinem WLAN Ausbau. Auch mein Tauchunfall hielt uns in Fakarava fest. Erst nach über 5 Monaten konnten wir dem tollen Atoll entkommen. 😉

 

Fakarava

 

Wir mussten wieder zurück nach Hiva Oa, weil wir einen Werftaufenthalt reserviert haben. Noch einmal segeln wir nach Tahuata und wir verabschieden uns von den Seenomaden, denn sie segeln nach Hawaii und wir wollen in die Gesellschaftsinseln.

 

 

Fatu Hiva

 

Aber davor gibt es noch einen Abstecher in der schönsten Bucht (Hanavave – Jungfern Bucht) der Maquesas Inseln. Wir genießen Fatu Hiva und bewundern die traumhafte Landschaft.

 

 

 

Überfahrt Fatu Hiva – Tahiti

 

 

Wir wollen weiter, denn in Tahiti wartet endlich unser Kühlschrank. Und Ferry arbeitet schon wieder am Schiff.

 

 

Ansteuerung Papeete

Nun zum Nautischen und Statistischen: Nur 2.562,2 sm haben wir vergangenes Jahr zurückgelegt, davon 517,8 unter Motor. Das sind knapp 80% unter Segel. 175 Stunden lief der Motor, anfangs auch um Strom zu erzeugen. 340 l Diesel haben wir verbraucht. Wir waren 56 Tage in der Marina, 290 Tage in einer Bucht. 195 Tage sind wir vor Anker und 95 Tage an einer Boje gelegen. 288 Tage haben wir uns überhaupt nicht bewegt. Wir hatten 18 Nachtfahrten und 3 Überfahrten.

unser selbstgebackenes Brot

 

5.090 l (eher um einiges mehr) Brauchwasser haben wir erzeugt. Wir haben sehr oft Brot und Kuchen gebacken, das schlägt sich mit 45 Kg Gas zu buche. Soviel Gas haben wir in den Jahren davor noch nie verbraucht. Es ist aber auch relativ einfach hier an Gas zu kommen.

 

 

Fakarava

 

Zu den Kosten: Hafengebühren 1.680,- und fürs Kranen 873,- , sowie fürs Unterwasserschiff 690,-; für Diesel/Benzin/Öl brauchten wir 518,- ; für das viele Gas bezahlten wir 77,-

 

 

Fatu Hiva

Für die Kranken- und Schiffsversicherungen gaben wir 3.631,- aus.  Für’s Essen/Cocktail/Bier gehen wanderten 1.513,- über den Tisch. Das tägliche Leben (Einkauf) kostete uns 15.280,- Euro. Wir merken, dass das Leben hier extrem teuer ist. Die Kleidung, die ersetzt werden musste machte nur 124,- aus. Internet und Telefon schlugen sich mit 630,- zu buche. Trotzdem, dass wir die meiste Zeit freies Internet hatten, aber es sind auch schon die nächsten 5 Monate fürs Internet bezahlt. Die Ausflüge, sowie das Tauchen kosteten uns nur 221,- – füllen wir doch unsere Tanks meist selbst.

Ferry in Fakarava Pakokota beim planen des Wlan’s

 

Jetzt kommt noch ein großer Brocken, nämlich Service, Reparatur, Neuanschaffung und Ersatzteile mit 17.228,- Euro, die ein großes Loch in die Geldbörse macht. Da fallen die diversen Wartungen (Wäsche waschen, Friseur, und neue Bettwäsche) mit 1.147,- fast gar nicht ins Gewicht. Wobei die Bettwäsche nicht gerade billig war und ich sie selber nähen durfte.

 

Auch in unserem 6. Jahr werden wir in FP sein, aber dann wollen wir unbedingt weiter. Wenn sich der Westen öffnet geht es wahrscheinlich dorthin, ansonsten überlegen wir Hawaii und die Westküste von Amerika. Visum haben wir ja.

6 Gedanken zu „Und schon wieder ist ein Jahr um

  1. Guepo

    Ach wie schön sich das alles liest! Ja ich verstehe, dass es nicht nur „Honigschlecken“ ist und es auch Sorgen und Nöte sind. Dennoch kann ich es kaum erwarten aufzubrechen. (Nur noch 8 Jahre) 😉
    Ich finde es ganz toll, was ihr so alles technisch draufhabt! Ich lese jetzt auch sehr viel darüber. Elektrik, Motorkunde, … und arbeite mit meinen Buben die ja immerhin beide Mechaniker (KFZ, Landmaschinen) lernen. – Ein Fahrten-Segler muss ja schließlich ein Universalgenie sein 🙂

    Ich werde im Juni wieder 3 Wochen einhand durch die Adria segeln und dabei auch längere Routen einplanen. Üben und Erfahrung sammeln. Für euch Ententeich aber … naja – Vielleicht teilen wir uns ja auch mal einen Ankerplatz. – Dann treffe ich meine Vorbilder und Motivatoren 😉 in ihrer Welt.

    Bis dahin, wie immer sehr liebe Grüße
    Günter

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    1. Brigitte Beitragsautor

      Lieber GüPo!
      Ich denke zu Hause ist es auch kein „Honigschlecken“, mal ist das eine und mal ist das andere im Haus kaputt. Es ist sicherlich leichter Ersatz oder Hilfe zu bekommen als in der Südsee. Ich wünsche Dir, dass du weniger Probleme mit deiner Fortuna hast.
      Die Adria ist kein Ententeich, die kann es ganz schön. Im Pazifik weiß man, dass man Passatwinde zwischen 15-20 kn hat oder auch nicht – Passatstörung. So wie du die Bura fürchten musst, fürchten wir hier den Mara‘ amu.
      Günter, du gehörst zu den erfahrensten Skippern die wir kennen und wir freuen uns auf den gemeinsamen Ankerplatz – egal wo.
      Ganz liebe Grüße
      Brigitte und Ferry

      Antworten
    1. Brigitte Beitragsautor

      Lieber Reinhard!
      Vielen Dank, ich fühl mich geschmeichelt.
      Wir freuen uns schon, wenn wir wieder etwas im Club zeigen dürfen – wird aber noch etwas dauern ;-).
      Ganz liebe Grüße an dich und alle Club Kollegen.
      Brigitte und Ferry

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  2. Alena

    Hallo! Das ist so inspirierend und der Realität entsprechend (nicht nur Sonne und wolkeloser Himmel). Mir gefällt der Kommentar von GüPo, spricht mir ganz vom Herzen. Wir haben es ähnlich – wir fangen auch im „Ententeich“ an, chartern ein Boot für ein Paar Wochen im Jahr. Aber vielleicht einmal … Es gibt keine kleinen Träume ;). Danke!

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    1. Brigitte Beitragsautor

      Vielen Dank für deinen netten Kommentar, aber bitte keine kommerziellen Links, das ist eine private Seite!
      Auch wir haben viele Jahre in diesem „Ententeich“ verbracht und es war sehr schön.
      Ganz liebe Grüße, Brigitte

      Antworten

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