Archiv für den Monat: April 2020

Tag 40 – Schachtelweise Obst

Wolf auf der Nomad

 

Wir haben den 40. Tag in der Quarantäne. Wir dürfen tagsüber überall herum laufen, uns ein Auto ausborgen und die Insel erkunden – was wir alles schon gemacht haben. Desweiteren dürfen wir auf andere Schiffe zu Besuch kommen, was wir auch tun. Nach 17 Jahren sind wir wieder auf der NOMAD. Ein schönes Gefühl nach so vielen Jahren wieder auf der Nomad zu sein.

Wolf sitzt auf dem Genackersack: „Wenn ich nicht damit segle, ist er bequem als „Fauteuil“ verwendbar. 😉

 

Heute soll es weitere Lockerungen geben. Leider nicht so viel wie erhofft. Wir dürfen nun rund um die Insel segeln in einem maximalen Abstand von 2 sm. Auch ist das Ankern in anderen Buchten erlaubt, was nicht heißt, dass man dort auch wirklich ankern will. Und wie könnte es anders sein, unsere Insel ist mal wieder etwas anders. Wir werden eine Flagge bekommen, sobald sie von den lokalen Leuten genäht ist. Diese ist am Schiff  gut sichtbar zu setzen, damit die Bevölkerung weiß, dass am Boot keine Leute mit Corona sind.  Voraussichtlich wird das in 1-2 polynesischen Tagen sein und sie wird 5 USD kosten. Unseren Badge (Ausweis) dürfen wir auch weiterhin tragen. Alkoholverkauf (max. 14 %) wurde auf Montag bis Donnerstag von 08:00 bis 16:00 (bei uns war es nur bis Mittwoch und nur bis 12:00) ausgedehnt. Ausgang haben wir nun von 05:00-21:00, so das offizielle Dekret, aber vielleicht gilt bei uns noch immer die alte Regelung. So ganz sicher sind wir uns nicht 😉

nur 4 Meter lang – der Franzose Yann Quenet freute sich aufs erste Bier

Alle Boote, die im Moment kommen, können eine Seereise von mehr als 40 Tagen nachweisen. Am Montag kommt wohl das kleinste „Schiff“ von Panama. Ein 4 Meter Boot, manches Beiboot in der Anchorage ist größer. Auch gibt es einen, der von Ecuador über die Osterinsel segelte, weil er dort nicht einreisen durfte. Logisch, dann in die Marquesas zu segeln, nicht? Normal segelt man von dort in die Gambier und dann in die Tuamotus, weiter nach Tahiti und danach in die Marquesas – zum Überwintern. Aber was soll’s, hier ist man freundlich und lässt sie an Land.

 

offizielle Begrüßung aller Segler

Per Flugzeug wird noch immer keiner eingeflogen, obwohl sie es schon gerne erlauben würden. Eine dänische Familie durfte mit dem Versorgungsflieger nach Tahiti fliegen. Von dort geht es dann nach Europa.

In Tahiti beginnen sie Residente heim zu fliegen, allerdings getestet und mit 14 Tagen Quarantäne.

 

Obst soweit das Auge reicht

Wir werden am Nachmittag von den Einheimischen mit Obstschachteln überrascht.

Nach der Ansprache überreichen sie jedem Boot eine riesige Schachtel, prallt gefüllt, mit Obst und heißen uns herzlich willkommen. Wir sind gerührt von soviel Freundlichkeit. Nur wer kann soviel essen? Jetzt heißt es das Obst zu verarbeiten.

 

 

Aber einen Verweis von der Gendarmerie erhalten wir! „Bitte haltet den Abstand zueinander ein!“

Das war ein positives Zeichen nach der langen Quarantäne und Abschottung von der Bevölkerung.

Kaoha nui – Vai e nui (Maururu)!

 

 

P.S.: In den Marquesas werden zwei Sprachen gesprochen, nämlich Nord- und Südmarquesisch. (Wie ich das jetzt richtig dekliniere weiß ich nicht, ihr verzeiht bitte). Aber es wird auch Tahitianisch verstanden. Grüßt man aber auf Tahitianisch „Ia Orana!“ oder sagt Danke (Maururu) wird man gerne „korrigiert“, dass es hier „Kaoha nui“ bzw. „Vai e nui“ heißt! ;-). Ob unsere Schreibweise stimmt, darf auch angezweifelt werden. Google und Co ist dazu äußerst still. Hmm!