Alles auf die Schnauze

Alrisha ist fast ready to go. Ein neues Problem ist noch in letzter Minute aufgetaucht. Wir haben schon wieder einmal Elektrolyse-Alarm, zum Glück fließt kein Strom. Müssen wir uns auf Galapagos anschauen.

Wir müssen noch die lokale Zarpe holen, denn am Freitag kam ja das dazu benötigte Autografo zu spät. Kein Problem, so die Aussage in der Marina, am Montag ist das in einer Stunde erledigt. Als Ferry nach 3 Stunden noch immer nicht zurück ist, gehe ich ihn suchen. Sie müssen um die Zarpe ansuchen, 100 Tausend Formulare mitbringen und ausfüllen, zur Bank laufen und Geld einzahlen, heute ist Montag, alle beheben hier ihr Geld. Dann fehlt etwas im Computer, warten auf die Freigabe. Und am Schluss muss er sogar 50 USD für den Zoll bezahlen. Da es in Galapagos keine Zollbehörde gibt, muss uns die Marina in Manta ausklarieren! Was machen die Schiffe die von Panama kommen?

Wir wollten gemütlich um 12:00 auslaufen, jetzt wird es noch hektisch, Außenborder und Dinghi hoch. Wir wollen auf die 60 sm entfernte Isla del La Plata segeln. Diese steht unter Naturschutz und dort kann man an freien Bojen festmachen. Wir wollen Alrisha’s Bauch anschauen und notfalls reinigen. Man soll dort ruhig und auf glasklaren Wasser liegen. Aber es ist eine Kreuz dorthin.

Ariosto begleitet uns raus, wir sehen um uns lauter Brecher. Die Einfahrt kann es schon, gebraucht hätten wir ihn wahrscheinlich nicht, da wir noch unseren alten Track hatten. Die Wassertiefe war immer ausreichend. Die seichteste Stelle war 2,3 m (plus ca. 1 m, da unser Tiefenmesser nicht korrigiert ist). Und unser Schwert war zur Sicherheit oben. Beim Abschied von Ariosto flossen fast die Tränen.

Kreuzseen von 2,5 bis 3 m begrüßen uns. Der Wind bläst mit 18-20 kn. Es sollten maximal 15 kn sein und die Richtung pendelt sich auf SW ein. Was für einen Kurs müssen wir fahren? Ach ja SSW, na toll ist ja voll auf die Schnauze.

Wir gehen im Groß ins 1. Reff, ändern es aber alsbald auf das Zweite. Die Genua rollen wir nur bis zum 3. Reff aus. Das Leinen falsch eingebunden waren, ist doch klar. Das wir das Sicherungsbändsel von der Genua nicht aufgemacht ist doch auch klar. Da wir vor der Leinenwaschaktion alle Segel getestet haben und für gut befunden hatten, verzichteten wir auf einen weiteren Test. Fehler! Am Vorschiff werde ich beim klarieren der Leinen in die See getaucht, Hochschaubahn einmal anders.

Unter dessen fliegen unter Deck unsere Wasserflaschen und eine rinnt sogar aus. Alles andere ist sicher verstaut.

Es geht in die Nacht. Wir fahren eine Wende nach der Anderen. Die Fischer sind gut beleuchtet und die unbeleuchteten sehen wir eh nicht. Der Wind und die Wellen werden schwächer. Habe ich schon erwähnt, hier gibt es einen ganz fiesen Strom, nämlich den Humboldtstrom und der fließt uns entgegen. Wir rechnen mit 24 Stunden kreuzen.

Am Vormittag verhärtet sich unser Elektrolyseproblem, nun haben wir auch Strom fließen. Wir können den Motor und den Inverter ausschließen. Der nächste Verdächtige ist der Windgenerator und wir sind fündig. Wir hatten ihn bei der Reinigungsaktion gelegt und dann wieder gestellt. Möglicherweise haben wir dabei ein Kabel beschädigt. Jetzt ist er mal still gelegt.

Noch 13 sm bis zur Insel und wir sind schon fast 24 Stunden unterwegs.

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