Immer noch in Tahiti

Alrisha in der Marina

 

Wir sind am 17.4.2021 in Tahiti, Papeete, in der Marina angekommen. Geplant war ein Aufenthalt von einem Monat um die notwendigen Arbeiten zu erledigen und um uns zwei Piks (Biontech-Pfizer) gegen Covid-19 zu holen, weil ein Abstand von 3 Wochen vorgeschrieben ist. Unser Kühlschrank war kaputt und der Inverter (Stromerzeuger 220 V) teilte bereits Stromschläge aus, wenn man ihn berührte. Jede Menge Näharbeiten und andere kleine Reparaturen standen auch auf der Liste.

 

 

Und wir sind auch in der Zeit geblieben und freuten uns schon auf die anderen Inseln in den Gesellschaftsinseln. Schließlich kommt man beim Lesen der Namen schon ins träumen: Moorea, Huahine, Raiatea, Tahaa, Bora Bora, Maupiti, usw.

Was hält uns dann noch hier?

 

Das ist leider eine längere Geschichte. Der Tausch unserer Bank- und Kreditkarten ist im Frühjahr fällig geworden. Also haben wir uns alle mit dem Dokumenten-Service von UPS schicken lassen. Das Abholen bei unserer Freundin Brigitte funktionierte noch am besten. Dann ging das „Paket“ Ende Jänner auf Reise und war bald in Amerika, ging via Hawaii nach Australien, dann nach Neuseeland und dann war Schluss mit den Updates in der Paketverfolgung.

Telefonieren ist auch nicht ganz einfach von hier. Man kommt ja in ein Call Center. Und bei 5 € in der Minute wird das rasch sehr teuer. Zusätzlich kommt die Zeit Verschiebung von 12 Stunden dazu.

unser erster Versuch!

Unser Freund Edi übernimmt das „Nachtelefonieren“ in unserem Namen und schafft einen Nachforschungsauftrag in Gang zu setzen. Endlich sehen wir wieder Bewegung im Paketverfolgungsbericht. Aber bald versiegt die Hoffnung unser „Paket“ noch in Hiva Oa zu empfangen. Das „Paket“ wird von UPS als verloren gemeldet. Kazunga!

 

Brigitte storniert umgehend alle Karten und löst eine Neuausstellung aus. Unsere Freundin Brigitte sammelt wieder alle Karten und da wir grundsätzlich nicht voreingenommen sind bekommt UPS eine zweite Chance und wir timen alles so, dass die Karten in die Marina Papeete kommen werden. Außerdem sind ab 1. Mai die Grenzen nach USA wieder offen.

Wie zum Hohn bekommen wir 3 Wochen, nach der Verlustmeldung, ein Mail aus Hiva Oa, unser „Paket“ ist eingelangt. Nur jetzt können wir nichts mehr damit anfangen. Alle Karten sind gesperrt und für uns wertlos.

unser „Paket“ wurde als Dokument aufgegeben!

 

 

Wegen einer Verzögerung unsererseits konnte das „Ersatzpaket“ erst am 30.4.2021 bei Brigitte abgeholt werden. Brigitte hat uns auch eine Rätselzeitschrift dazu gelegt – Bussi dafür! Aber das macht ja nichts, die 2 Pakete mit Kühlschrank und Inverter hat UPS ja auch in 3 Wochen nach Papeete geschafft. Da müssen wir wohl nicht einmal eine Woche in der Marina verlängern.

 

 

 

Es kam aber anders. Wieder tritt das „Paket“, das eigentlich ein Brief ist, seinen Weg an. Wieder verfolgen wir den Paketverfolgungsbericht und wieder geht es nach Australien, Botany. Angst beschleicht uns beide. Die werden das doch nicht noch einmal versemmeln. Aber das Leben ist manchmal hart und so tut sich nichts mehr mit der Zustellung. Neuer Zustellungstermin: Unbekannt!

In Papeete erfahren wir, dass das „Paket“ per Schiff weiter transportiert werden soll, aber da gibt es Probleme mit dem Schiff. „Geht’s noch?“ Pakete über 20 kg werden mit dem Flugzeug verschickt und unser kleiner Brief geht per Schiff auf die Reise?!

Tracking

 

 

Wir entscheiden zunächst hierzubleiben und noch etwas zuzuwarten. Dann schreiben wir Edi wieder via WhatsApp ob er nicht Lust hätte, sich nochmals mit UPS zu ärgern. Aber diesmal hat er eine Entschuldigung „Nein“ zu sagen, denn er überstellt ein Boot von der Adria nach Griechenland. Also selber telefonieren, denn per Email passiert genau gar nichts!

 

 

Brigitte hat eine VoIP App am Handy und über die rufen wir des Nächtens in Österreich bei UPS an, denn wir sind ja österreichischer Versender und zufällig eben auch der Empfänger nur eben in Französisch-Polynesien. Ich weiß nicht wie oft Brigitte telefoniert hat, gefühlte -zig Male! Mal wird einfach aufgelegt, mal versteht man wenig, mal ist tatsächlich jemand bereit etwas zu tun und wir bekommen ein Email, dass wir sofort beantworten nur um dann erst wieder nichts mehr zu hören, respektive zu lesen von UPS. So verstreicht Tag für Tag und im Wochenrhythmus verlängern wir unseren Liegeplatz.

egal welcher Browser, User oder Eingaben gemacht werden – es funktioniert nicht

Die Ironie ist, dass man einen „Link“ bekommt, wo man die Nachforschung Online einleiten kann, leider stürzt aber dieses Programm immer mit einem Fehler ab. Wenn man es sagt, dass das Programm einen Fehler bringt, bekommt man zur Antwort: „kann nicht sein!“. Man kommt an Menschen, die auf Grund ihrer Herkunft der deutschen Sprache nicht mächtig sind. Möchte man die Nachforschung jedoch telefonisch melden, wollen sie eine Österreichische Telefonnummer und da würde es echt teuer werden. Sie leiten einem einfach nicht zur Nachforschungsabteilung weiter. Jedes Mal beginnt man von vorne zu erklären, hat aber die Chance einen netten, hilfsbereiten Menschen zu finden, aber meist wird man nur abgeblockt. Hilfe kommt leider keine. Brigitte dreht sich im Kreis.

Das Bargeld wird knapp und die einzige Karte die noch Geld ausspuckt bzw. uns im Supermarkt zu Lebensmitteln verhilft wird mit Argusaugen bewacht und gehütet. Wenn die der Bankomat „frisst“ dann wird es eng für uns.

Endlich hilft eine Dame aus Deutschland weiter und leitet auch tatsächlich die Nachforschung ein. Jetzt heißt es abwarten.

So der Stand der Dinge per heute! Die Geschichte geht also weiter …

 

10 Gedanken zu „Immer noch in Tahiti

  1. Andreas Platzer

    Hallo ihr Beiden,
    das ist ja echt arg und das in einer ach so tollen digitalen Gesellschaft. Das waren noch Zeiten, wo man auf die Bank ging und Bargeld behob. Aber das funktionierte wenigstens immer. Ich hoffe für euch, dass der Spuk bald vorbei ist.

    liebe Grüße Andy

    Antworten
    1. Ferry Beitragsautor

      Lieber Andi,
      manchmal ist es wirklich wie verhext. Im Inland gebe ich Dir mit der Bank recht, früher, wohlgemerkt, aber im Ausland, vor allem EU Ausland ist das nicht so einfach. Deswegen gab es ja für Amerika beispielsweise Traveller-Schecks, die auch in vielen anderen Ländern akzeptiert wurden, weil sie in US Dollar ausgestellt waren.
      Wir kämpfen weiter, was bleibt uns sonst übrig.
      Liebe Grüße, Brigitte und Ferry @ Alrisha

      Antworten
  2. Guepo

    Ihr seid doch mitten im Europa (Franz. Polynesien !!!) – Ich halte euch die Daumen!
    Wenn man bedenkt, dass ihr wirklich keinen digitalen „Nockerbazln“ seid, dann frage ich mich wie das andere Menschen schaffen sollen. Vielleicht ist es aber auch nur Pech. Jedenfalls wünsche ich euch jetzt auch mal GLÜCK, und halte dafür die Daumen.

    Alles Liebe!
    Günter

    P.S. meine knapp 3 Wochen und etwa 400 SM Einhandsegeln habe ich überstanden. Mit Auf und Ab und vielen Erkenntnissen. Es sind eher die persönlichen Dinge die mir noch Probleme bereiten. (Schlafen, Einsamkeit, …)

    Antworten
    1. Ferry Beitragsautor

      Wenn gleich Französisch-Polynesien kein Teil der EU ist, ist es als französisches Überseegebiet zumindest mit der EU assoziiert. Deswegen haben wir hier einen Aufenthaltstitel und können sogar resident werden. Zollunion besteht keine und es gibt ein eigenes, unabhängiges Parlament. Das UPS es nicht schafft das „Paket“ hierher zu senden und das zum zweiten mal, ist sicher nicht Französisch-Polynesien anzulasten. Wir warten das noch ab und werden dann entscheiden wie wir weiter machen. Schließlich wollen wir noch etwas von den Gesellschaftsinseln sehen, bevor uns die Zyklon Saison zurück pfeift.
      Zu Deinen Erfahrungen im Einhandsegeln schicken wir Dir PN.
      Liebe Grüße, Brigitte und Ferry @ Alrisha

      Antworten
  3. Karl (Charlie)

    ich wünsche euch auf jedenfall viel glück, damit ihr wieder aus den vollen schöpfen könnt. irgendwann werdet ihr darüber herzhaft lachen…..ich drück euch die daumen……schöne zeit noch in papeete

    73 55 de charlie

    Antworten
  4. Franz Bergermayer

    Hallo ihr zwei, ich fliege am 25.08 nach Papeete. Für eine Kreditkarte hätte ich noch Platz im Gepäck. Alles Liebe, bis bald, Franz Bergermayer

    Antworten
    1. Ferry Beitragsautor

      Hallo Franz! Das ist eine Ansage. Wir warten eben noch auf das Ergebnis der Nachforschung und wenn dieses Verlust ergibt, können wir die Institute um Neuausstellung bitten. Wir melden uns bei Dir demnächst per Email. Vielen Dank und liebe Grüße zurück, Ferry & Brigitte @ Alrisha

      Antworten
  5. Füzer Werner

    Hallo Brigitte, hallo Ferry,
    da ich schon lange nichts mehr von Euch gehört habe, rühre ich mich mit vielen Fragen. Die wichtigste zuerst, wie geht es Euch und seid Ihr immer noch in Tahiti? Ich hoffe die Kreditkarten sind in der Zwischenzeit auch angekommen. Hoffentlich habt Ihr jetzt endlich Zeit die Insel zu erkunden.
    Bei uns war es die letzte Zeit sehr warm so zwischen 33 – 35 Grad. Heute am 17. Juli hat es zu regnen begonnen und es soll nach Vorhersage noch bis zum 19. Juli dauern.

    Wir wünschen Euch weiterhin, alles Gute und bleibt gesund.

    Liebe Grüße!
    Anneliese u. Werner

    Antworten
    1. Brigitte Windbichler Beitragsautor

      Liebe Anneliese, lieber Werner!
      Zuerst mal uns geht es gut. Wir werken ein wenig, aber irgendwie hat sich der Schlendrian ganz langsam eingeschlichen.
      Unsere Kreditkaten sind ein zweites Mal nicht auffindbar und so versuchen wir es jetzt über Freunde, die zur Zeit in A sind, das zu regeln.
      Hier ist es zur Zeit kalt, 23-26 Grad, ist ja Winter 😉 .
      Ich hoffe A versinkt nicht auch im Wasser, sowie DE.
      Ganz liebe Grüße nach EG
      Brigitte und Ferry

      Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Die Datenschutz-GrundVerordnung (DSGVO) verlangt die Bestätigung, dass die eingegeben Daten gespeichert werden dürfen.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.