Einbaumarathon

Geräteschrank – ziemlich leer

 

Wir sind von den Gambier Inseln direkt nach Tahiti aufgebrochen – ohne Stopps auf den Tuamotus – weil unsere Batterien vorzeitig „verstorben“ sind und weil wir verschiedene Ersatzteile aus Deutschland bestellt haben. Auf unsere Bitte hin dürfen wir die Waren zu unserem Batteriehändler schicken lassen und dessen Agent wird sich um den Zoll kümmern. So weit, so gut!

 

 

 

unsere beiden Lichtmaschinen – ohne Elektolyse

Die Batterien kommen zwar pünktlich an, aber bis sie aus dem Zoll sind dauert es noch ein paar Tage. Ich nutze die Zeit um Vorbereitungen für den Einbau der Batterien und der Ersatzteile zu machen. Warum die „alten“ Batterien so rasch kaputt gingen, ist nicht vollständig geklärt. Fakt ist, dass der Laderegler des Windgenerators irgendwann beschlossen hat mit 24-26V zu laden, statt mit 12-14,4V. Wenn der Ladevorgang kurz mit höherer Voltanzahl gelaufen wäre, hätte nur eine Desulphatierung  stattgefunden, aber länger und so viele Volt haben die Batterien wohl nicht verkraftet.

 

schaut doch recht ordentlich aus

Da wir in einem Geräteschrank schon zweimal Wassereintritt hatten möchte ich diesen Kasten abdichten und muss so die verbauten Geräte ausbauen und die Kabel klarieren. Dabei fallen mir viele korrodierte Stecker und Kabel auf. Das Wasser muss irgendwie in die Zwischendecke gelangt sein und hat sich dann seinen Weg gesucht. Nach dem „leer“ machen habe ich eine Verschalung mit Marinesperrholz errichtet und begonnen Teil für Teil wieder einzubauen. Die korrodierten Kabel und Stecker sind getauscht und mit Schrumpfschläuchen versehen worden. Das innere Panel war auch in Mitleidenschaft gezogen und so haben wir ein Philippi Panel bestellt, dass ich außen montieren werde.

 

neues Sicherungspanel

 

Mit dem Erhalt der Teile kann ich den Geräteschrank fertig machen. AIS, Fernseher, DVB-T Antenne, Radio/CD und das Signalhorn lassen sich nun von außen ein- und ausschalten. Die thermischen Sicherungen sind auf 10A ausgelegt, wie auch in unserem Hauptschrank. Nachdem nur einpolige Schalter zum Einsatz kamen gibt es eine 25A Doppelschutzschalter für das ganze Panel davor. Das VHF Funkgerät bekommt einen eigenen Doppel-Hauptschalter und ist jetzt mit 2,5 mm² direkt zur Batterie verkabelt. Damit ist hoffentlich jetzt Ruhe in diesem Schalt- und Geräteschrank.

 

der Regler für den Windgenerator

 

Die Verkabelung des Solar- und des neuen Windgenerator-Reglers habe ich auch neu gemacht. Alles ist nun in verzinntem 16 mm² Kupferkabel verlegt. Ich habe nun entsprechend den Herstellerangaben den Wind mit 60A und die Solaranlage mit 50A abgesichert. Alle Pressungen sind mit der neuen Zange gemacht worden, die bis zu 50 mm² pressen kann. Alle Kabelschuhe haben entsprechende Schrumpfschläuche erhalten. Der Regler für den Windgenerator ist wieder in der Backskiste verbaut. Dort befindet sich auch der Solarregler, der galvanische Isolator und das Ladegerät für das Bordnetz.

 

unser neues Zündschloss, jetzt ohne Elektrolyse

 

Unser Zündschloss schnappt ja nicht mehr in die Stellung I zurück, sondern verbleibt auf II. Das bedeutet die Glühkerzen sind aktiv, das Masserelais ist offen und der Motor und damit der Rumpf stehen unter Strom. Nicht gut, weil das bedeutet Elektrolyse! Wir haben uns ja einen Aufkleber auf die Steuersäule gemacht, der uns auf das hinweist. Trotzdem, wenn schon Instandsetzungen, dann ordentlich. Und das heißt: Austausch des Zündschlosses. Brigitte wird bei der Volvo Vertretung fündig und so tausche ich es. Wir sind wieder „Elektrolyse frei“!  🙂

 

unser alter Gasregler

 

Die Schläuche und der Regler für die Gasanlage sind leider abgelaufen. Darum haben wir Ersatz gleich mitbestellt. Nach der Elektrik tausche ich die Schläuche und den Regler und mache eine Dichtheitsprüfung. Ferner ist jetzt eine Schlauchbruch Sicherung installiert, die bei Druckverlust die Flasche abriegelt. Auch die Heckdusche musste ich tauschen, da der Verschluss gebrochen war und die Anlage immer mehr undicht wurde. Auch diese Teile waren in unserem Paket.

 

 

Winschen werden zerlegt

Wenn Brigitte nicht irgendetwas besorgen gelaufen ist, hat sie ebenfalls fest mitgearbeitet. Mal braucht es eine Dritte Hand und nähen ist auch das ihre und ganz sicher nicht das meine. Mit Silikon stehe ich auch auf Kriegsfuß so bin ich dankbar, dass sie alles eindichtet was notwendig ist oder auch mit Farbe oder Sealer, mit Pinsel bewaffnet, der Arbeit zu Leibe rückt. Brigitte tauscht auch Großfall und Dirk, zerlegt alle (!) Winschen, reinigt sie, fettet sie und baut sie wieder zusammen ohne das ein Teil überbleibt. Das kann ich von mir nicht behaupten – habe ich schon eine kleine Sammlung von Teilen die partout nicht mehr verbaut werden wollten.

 

Leben im Chaos

 

Nun kommen wir langsam aber sicher zum Abschluss der Arbeiten. Das Werkzeug wird demnächst verstaut und der Blaumann abgelegt. Wird auch Zeit, denn wir wollen endlich wieder Ausflüge unternehmen und an andere Plätze segeln …

10 Gedanken zu „Einbaumarathon

  1. Andreas Platzer

    Na da habt ihr aber ganz schön zu tun gehabt. Hoffentlich hält das mal für eine Weile. Wünsch euch dafür alles Gute. Und jetzt wieder auf zu den Abenteueren, für die ihr ja diese Reise angetreten habt.
    LG Andy

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  2. Rainer Kerngast

    Frage meinerseits: warum sparen Bootsbauer bei Kabelquerschnitten und warum werden Elektroschränke nicht wasserdicht ausgeführt?? Kostet sicher einen Klacks auf die Gesamtsumme eines Bootes. Auf Langlebigkeit scheinen die Herren und Damen bei den Bootsbauern nicht zu planen. Schade, die Eigentümer dürfen sich dann im Nirgendwo um Ersatzteile bemühen. Ich hoffe es klappt diesmal, dass ihr längere Zeit mal ohne Probleme konfrontiert seid. Lg Rainer

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    1. Ferry Beitragsautor

      Nicht an allem sind die Bootsbauer schuld, obwohl ich gerne mal erleben würde, wie sie sich selbst weiter helfen wenn die Tischler (Schreiner) abgezogen sind und sie mit ihrem Boot unterwegs wären …

      Jedenfalls haben wir in den letzten drei Jahren gelernt uns selber zu helfen.
      LG Ferry und Brigitte

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  3. Günter Poschacher

    Ich lese dies hier bei 38° C. Schätze dass es auf Alrisha kaum kühler ist. Alleine das ist schön eine mörderische Sache! Gratuliere euch Tüchtigen, und wünsche dass das nun auch „ewig“ hält.
    I viel Freude und Liebe Grüße
    Günter und Uschi

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    1. Ferry Beitragsautor

      Aber hier ist doch Winter. Wir frieren fast! Bewölkung ist echt toll für Arbeiten unter Deck. Aber wenn die Sonne scheint, na dann klettert das Thermometer auch auf 35 und mehr. ?
      LG Ferry und Brigitte

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  4. Robert Windbichler

    Ein Arbeitsurlaub also. Bis ihr nach Hause gekommen seid, ist das Schiff so gut wie neu. Jedenfalls legt ihr beide da eine für Euer Alter beachtliche Leistung hin. Ich bin zwar um 6 Jahre jünger als Ferry, aber ab 50 kommen einem schon auch mal die müden Knochen nicht mehr schnell genug hoch. Respekt, Respekt..!

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    1. Ferry Beitragsautor

      Danke, Robert! Es bleibt einem auch nichts anderes übrig, wenn man so weit weg ist vom Schuss.
      LG, Ferry und Brigitte

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  5. Edmund Dvorak

    Bin ebenfalls schwer beeindruckt, was da alles so an Arbeit anfällt nach nur drei Jahren. Und Respekt, was ihr inzwischen alles gelernt habt, selbst zu machen. So wie ich dich, Ferry, kenne, warst du früher ja nicht unbedingt der „große Bastler“ – so wie ich. Und ich habe auch aus diesen Gründen die Reißleine gezogen. Ich konnte und wollte nicht zusehen, wie rasch die Dinge auf einem neuen Boot „vergammeln“. Jedenfalls gutes Gelingen und dann auf in den „richtigen“ Südsee-Urlaub. GLG Claudia und Edi

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    1. Ferry Beitragsautor

      Ja,danke! Stimmt, lieber Edi! Aber was bleibt einem übrig? Also, nachdenken was man alles gelernt hat und dann eben rann an die Sache! Schließlich wollen wir noch nicht heim. ?⛵️
      GLG, Ferry und Brigitte

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