Südseeträume einmal anders

Wir sind jetzt eine Woche in Rikitea. Das Einklarieren wäre „easy“, wenn da nicht die Arbeitsmoral der Gendarmen wäre. Am ersten Tag mussten wir das Dinghi wieder einsatzbereit machen. Auspacken, aufpumpen und vor allem reinigen, denn das konnten wir in Hanga Roa nicht mehr machen. Also gingen wir am Mittwoch zu Mittag zuerst „interneten“, denn von 12:30 – 15:00 ist Mittagspause. Als wir aufbrechen wollten, sind die Polizisten beim einzigen Hotspot der Insel. Wir fragen ob den jemand auf der Polizeistation sei und ob wir einchecken könnten. Bitte morgen um 08:00 kommen.

Na gut. Zweiter Versuch: wir stehen pünktlichst vor der Türe und dann erscheint ein Polizist. Heute nicht, kein Strom. Entweder um 15:00 oder morgen 08:00.

Dritter Versuch: wir stehen wieder um 08:00 vor verschlossener Tür, wir läuten an und eine nette Polizisten deutet uns, wir sollen das Gitter zur Seite schieben. Wir fragen ob wir einklarieren können. Ja, selbstverständlich und sie spricht ein wenig englisch. Eine halbe Stunde später sind wir einklariert. Nicht ganz, denn wir müssen das Original unseres ausgefüllten Formulars nach Papeete schicken. Sie hat das Formular gescannt, hat alle Daten im PC erfasst und trotzdem muss dieser blöde Wisch nach Papeete geschickt werden. Wir gehen zur Post und da sitzen mindestens 10 Leute und warten darauf dass sie erhört werden. Uns deuten sie einfach rein zu gehen und auch die Beamtin nimmt uns 100 CFP ( 1 USD) ab und nun hoffen wir, dass dieses Formular irgendwann in Papeete eintrifft.

Zwischendurch suchen wir immer wieder mal den Hotspot auf. Das Internet ist einfach nur mühsam. Oft können wir innerhalb einer Stunde kaum unsere Emails herunter laden. An ein Surfen ist überhaupt nicht zu denken.

Es wird brav gearbeitet. Ferry hängt sich gleich einmal hinter unseren Windgenerator. Leider muss er feststellen, dass der Laderegler kaputt ist und wir keinen Ersatz dafür haben und wie zum Hohn ist es fast jeden Tag bewölkt und der Wind bläst. Andere haben Strom im Überfluss, wir müssen ganz schön damit haushalten.

Auch geht er die anstehenden Wasserinstallationen an. Der Kühlschrank bekommt endlich einen eigenen Wasserausgang. Dafür wird das WC In und die Seewasserpumpe auf ein Seeventil zusammengeführt. Jetzt sollte das Abflusswasser nicht mehr in die Spüle gedrückt werden. Außerdem gibt es keine Verstopfung mehr beim Kühlwasser vom Kühlschrank. Auch wird der Abfluss von der Spüle durchgeblasen, jetzt läuft es wieder besser ab. An Land wollen wir aber den Schlauch tauschen.

Das leckende WC bekommt eine neue Pumpe, wie sich nach der Installation herausstellt ist auch das Rückschlagventil kaputt. Also alles wieder zurückbauen. Neues Rückschlagventil einbauen und alle Dichtungen ersetzen. Jetzt ist es wieder trocken. Bei der Gelegenheit bekommt das vordere WC gleich eine Schmierung. Alles geht wieder leichtgängig. Diese Toiletten sind einfach nicht für dauernden Betrieb gemacht.

Das Waschbecken im achternen Badezimmer bekommt eine neue Armatur, die alte ist einfach nicht mehr anzusehen. Auch bekommt das Becken einen neuen Abfluss und kann endlich wieder zugestöpselt werden.

Auch so können Südseeträume aussehen! 😉

2 Kommentare zu „Südseeträume einmal anders

  1. Martin

    Hallo ihr Zwei!
    Schön, eure ersten Eindrücke der Südsee Atolle ein wenig miterleben zu können – auch wenn es zu Beginn quasi nur schnödes Handwerk und „Beamtenschweiß“ ist, mit dem ihr euch herumkämpft.
    Ich denke aber, dass die handwerklichen Arbeiten eh auch für jeden eine gewisse Abwechslung zum „ruhigen“ Bordleben sind – zumindest für mich würde es, wenn nicht zuviel – eine nette Herausforderung sein.
    Gerne höre ich (wir?) mehr und öfter von euren Eindrücken und Erlebnissen eurer neuen Heimat auf Zeit, aber ich kann es natürlich verstehen, wenn es lustigere Dinge gibt, als einen PC zu „bearbeiten“
    Jedenfalls freue ich mich auf die nächste Nachricht und wünsche euch viele viele tolle Erlebnise und ein wirklich entspanntes Südseefeeling.
    Liebe Grüße aus Salzburg, bei uns geht der Schnee und kommt der Frühling (endlich) 🙂
    Martin

    Antworten
    1. Brigitte Beitragsautor

      Gerne lassen wir uns von der schönen Umgebung ablenken und 10 Tage unter und ober Deck arbeiten. ?? Leider brechen im Moment die Probleme einfach nicht ab.
      Auch würde ich gerne jeden Tag berichten, aber hier gibt es nur einen Hotspot und die Übertragung ist teilweise langsamer als unsere ersten Telefonmodems. Und Berichte ohne Fotos?
      Ganz liebe Grüße von Rikitea

      Antworten

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