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Auf und ab der Gefühle

Unsere Gefühle erleben momentan Hochschaubahn.

Ferry schleift

Es ist hier verdammt warm – wir haben immer über 30 Grad im Schatten. Im Schiff bis zu 40 Grad und es geht kein Lüftchen in unserer Ecke. Somit ist das Arbeiten am Schiff sehr langsam vorangegangen. Die Arbeiten wurden sehr zeitig in der Früh, bzw. am späten Nachmittag erledigt. Außerdem sind wir an den ersten beiden Tagen am Nachmittag eingeschlafen und erst wieder in der Nacht aufgewacht.

 

ziemlich viele Zettel, ein Wunder dass er hier angekommen ist

 

Jeden Tag fragten wir wo unser Seesack sei. Erst am Montag bekamen wir ihn. Die müssen ganz schön wild mit diesem Seesack umgegangen sein, denn vieles war zerquetscht. Leider hat auch die Orangenmarmelade von Claudia sich malerisch im Seesack verteilt.

 

 

ich streiche das Unterwasserschiff

Für Freitag hatten wir einen Krantermin. Die Streicharbeiten waren fertig und die Stopfbuchse von der Welle ausgetauscht. Die Kette angeschaut und 2 Glieder schnitten wir heraus und verbanden die Kette wieder mit einem Notglied, dass von der Werft gut verschweißt wurde. Leider ist unsere Hydraulik vom Ruder undicht. Damit werden wir jetzt eine Zeit lang leben müssen.

 

 

aus blau wird hellblau bis weiß

 

Am Donnerstag Abend wurden alle Schiffe zu einer Versammlung eingeladen. Dort wurde uns erklärt wir MÜSSEN alle nach Hause fliegen – nicht Segeln! Wir sollen sofort die Boote verlassen und mit den nächsten Flieger die Insel verlassen.

 

 

schwarz ist das neue blau

 

Wir überlegten, ob wir ins Wasser gehen sollen und uns irgendwo einen Platz zum Verstecken suchen. Wir entschieden, dass Alrisha an Land stehen bleiben soll. Da ist es wenigsten sicherer, als im Wasser, wenn wir wirklich das Land verlassen müssen.

 

 

Kette wird gereinigt, kontrolliert, neu markiert und kontrolliert

 

Am nächsten Vormittag, dann die nächste Nachricht. Wer will kann nach Hause fliegen, aber es sind keine Bewegungen mehr mit dem Boot erlaubt. Ab Samstag 00:00 sollen wir 15 Tage am Boot in Quarantäne gehen. Gut, dann erledigen wir halt unsere restlichen Arbeiten noch an Land.

 

 

Versammlungen, wie es sie eigentlich nicht geben sollte

Am Abend die nächste Versammlung. Man beachte, es waren immer an/über 20 Boote auf engsten Raum bei diesen Besprechungen. Das was man eigentlich vermeiden sollte. Ein paar Boote sind inzwischen in der Nacht Anker auf gegangen. Jetzt wurde uns erklärt, dass wir Ausgangssperre haben. Wir dürfen auch nicht mehr Einkaufen gehen. Auf den anderen Inseln und Atolle, dürfen sie wenigstens einkaufen gehen. Da wir protestierten und sagten, wir brauchen Lebensmittel und Wasser, wurde Sandra vom Stützpunkt dazu eingeteilt für uns die dieses zu besorgen. Drei mal in der Woche wird sie für uns einkaufen.

Des weiteren hat sich ein Morgennetz gebildet, dass leider ein wenig chaotisch ist. Zum Glück einigte man sich auf Englisch und teilweise wird es auf französisch übersetzt.

unsere leckende Hydraulik

 

Wir hoffen nun, dass wir nach der Quarantäne ins Wasser kommen, wir noch die Erlaubnis bekommen nach Papeete zu segeln, um uns zu verproviantieren mit Ziel WIEN. Wir wollen Alrisha hier nicht stehen lassen, wer weiß wieviel dann noch vorhanden ist, falls wir je wieder zurück dürfen. Auf anderen Atollen werfen sie bereits Steine auf die Boote. Des weiteren hoffen wir, dass wir vielleicht noch nach Neuseeland dürfen. Aber alles ändert sich derzeit so rasant, dass man nicht für die nächste Woche planen kann.

 

 

Wir sitzen hier mit den SEENOMADEN, Doris und Wolfi, fest. Wir freuten uns so, dass wir gemeinsam ein Stück reisen können, leider wird daraus nicht werden. So quatschen wir halt über die Funke.

Bleibt bitte GESUND und hoffentlich hört dieser Spuk bald auf. Das hoffen wir alle!