Es ist wirklich an der Zeit kurz den Stand der Dinge, diesmal aus technischer Sicht, festzuhalten. Seit dem 2. April schwimmt Alrisha wieder, wie zuletzt berichtet wurde. Was passiert nun weiter?
Brigitte wird noch die Landreise in Australien und Neuseeland bei Gelegenheit fertigstellen und dann veröffentlichen. Wie man sich aber vorstellen kann, ist unser primäres Ziel Alrisha segelfertig zu bekommen. Das Boatyard hier hat in unserer Abwesenheit einige Aufgaben übernommen. So z.B. das Ausbessern der Lackschäden, die durch unseren Unfall am Weg von Vanuatu nach Cairns geschehen sind. Ferner ist die Hydraulik für Ruder und Schwert komplett instand gesetzt worden. Alle Stagen und Wanten, sowie deren Beschläge sind neu und natürlich die zerstörte Genua-Rollreffanlage. Auch das Unterwasserschiff haben wir diesmal machen lassen um Zeit zu sparen.
In den ersten Tagen haben wir uns eingewöhnt und an die tropischen Temperaturen versucht anzupassen. Uns fressen die Insekten zur Zeit und unsere Körper sind voller Stiche, Bisse und Verletzungen durch kratzen. Sei’s wie sei’s, wir müssen weiter arbeiten. Neben den Reinigung unter Deck, die nach dieser langen Zwangspause, bedingt durch meine Verletzung absolut notwendig ist, müssen wir auch inventarisieren. Was ist eigentlich wo? Und was muss weg?
Dann geht es an den Funktionscheck. In der Bordelektrik müssen wir leider feststellen, dass manches während unserer Abwesenheit gelitten hat. So zum Beispiel versagt die Hydraulikpumpe des Autopiloten mit der Fehlermeldung: „No Drive detected“. Kabel korrodiert, möchte man meinen, aber das alleine war’s nicht. Kein Echolot Signal am Tridata Navigationsdisplay. Das kann ein defekter Geber sein, oder ein Fehler im Tridata, oder beides! Hier setzte ich meinen Backupplan nun durch und installiere ein ITC-5. Dieses Teil speist analoge Geber, wie den DST800, direkt in den STNG Bus ein. Apropos „alte Raymarine Installation“. Das ST60 Multi über unserem Niedergang piepst nur mehr und will sich nicht mehr auf eine bestimmte Anzeige einstellen lassen. Hier werde ich ein i70s installieren, wenn ich eines günstig bekomme. Das SPUR Kabel ist fast schon dort.
Das Starlink System soll außerdem eine 12 Volt Versorgung erhalten, damit der Inverter nicht immer laufen muss, wenn wir unterwegs sind. Was einfach klingt ist aber ein Projekt. Ein DC-DC Wandler spannt von 12 auf 56 Volt um. Das heißt, ca. 26 A Eingang, 5 A Ausgang, sind 280 Watt. Soviel will der Starlink Router. Dafür muss ich an die Hauptleitung im Schaltschrank mit 6 mm2, 30 A Sicherung verbauen, zu einem 12 V 30 A Schalter legen und dann zum Wandler kommen. Von dort geht das proprietäre Kabel zum Router.
In der Mechanik muss ein großes Motorservice gemacht werden. Das mache ich komplett selbst, bis auf die Reparatur der Seewasserpumpe, die wieder beschlossen hat zu lecken. Der Windpilot ist ebenfalls beim Unfall beschädigt worden und harrt seiner Reparatur. Die Teile haben wir mitgebacht. Auch das machen wir selbst.
Wie schaut es in der Wasserinstallation aus? Da sollte man die wenigsten Probleme vermuten, sind doch beide Bordtoiletten neu seit unserem Refit in Neuseeland. Immerhin funktioniert eine! Das ist doch etwas, gell? Die zweite aber zeigt uns die Zunge. Kein Spülwasser wird angesaugt, gerade mal das auspumpen geht. Mist, ich hasse Klo zerlegen, aber auch das ist Skippers Schicksal. Bevor ich aber das Klo auseinander reiße, frage ich die KI – was kann das sein. Sie sagt mir, nimm einen Kübel voll Wasser, einen kurzen Schlauch und hänge die Seewasserzuleitung ab. Pumpt sie aus dem Wasserkübel liegt das Problem VOR der Pumpe, wenn nicht – Pumpe zerlegen! Ich darf natürlich die Pumpe zerlegen! Aber, dass ich nicht selbst auf den Kübel gekommen bin, stimmt mich traurig. Ich werde wohl alt!
Außerdem darf ich den Watermaker servicieren, mit Membrantausch. Da kommt besondere Freude auf, weil das Zerlegen des Druckgehäuses, mit Spezialwerkzeug, mich endlich wieder den Bordschraubstock verwenden lässt. Mir graut jetzt schon davor.
So schaut’s aus in Entenhausen, ähh Cairns sagen die hier, genau genommen „Portsmith“!








Hallo ihr Lieben! Nachdem ihr diesen riesigen Aufwand hoffentlich bald abgeschlossen habt, hoffen wir könnt ihr dann endlich in see stechen. Keine Sorge als wir nach unserer Reise aus Australien zurück in unser Haus gekommen sind, mussten wir auch jede Menge wieder in Ordnung bringen. Das bliebt einem irgendwie nicht erspart. Liebe Grüße und gute Reise Stefan und Michi