Archiv für den Monat: November 2019

Tag 09 Überfahrt Marquesas

Zum Essen gibt es heute noch einmal Thunfisch. Diesmal liegt er leicht angebraten, getrennt mit einem Nori Blatt, auf warmen Sushi Reis. Dazu gibt es eine Teriyaki Sauce mit Zwiebel und Karotten. Echt köstlich. Ein ganz großes Lob an den Koch.

Sonst geht uns die Schräglage schon ziemlich auf den Geist. Die Stimmung an Bord könnte besser sein. Wir sind übermüdet, sehen das Ziel vor Augen und kommen doch nur im Schneckentempo voran. Und zu allem Trotz hat der Wind wieder auf 15-20 Knoten, natürlich von vorne, zugelegt. Zu Mittag sind es nur mehr 32 Seemeilen nach Ua Poa. Somit müssen wir nur mehr EINEN Tag durchhalten.

Essen zu zubereiten und auch der Verzehr dessen, gleicht einer Akrobatik Übung. Um sich am Schiff fortbewegen zu können, benötigt man beide Hände, sonst rennt man gegen die Bank oder fliegt durch den Salon. Die Körperreinigung wird auf die Tage mit weniger Wellen gelegt, wir riechen beide gleich „gut“, wir wollen doch beide in den Marquesas ankommen.

Am Funk und per Mail erfahren wir, dass die Vorbereitungen für das Fest im Chaos versinken. Für die Segler gibt es keine Beförderungsmöglichkeit zu den Schauplätzen. Die Tänzer und Musiker von anderen Inselgruppen kommen teilweise nicht, weil der Flughafen erst im März fertig wird. Dieses Fest findet nur alle 4 Jahre statt und man will eigentlich keine Segler und/oder Touristen dabei haben. Papeete hat verboten fremde Personen in einem Auto zu transportieren, wenn der Fahrer keine Taxi Lizenz hat. Natürlich gibt es nicht genug Personen auf Ua Poa die das dürfen. Wir hören von Fantasiepreisen. Trotzdem sind wir gespannt.

Für uns Segler wird alles immer schwieriger. Ankerplätze werden gestrichen, dafür werden Mooringbojen ausgelegt, natürlich sind die dann nicht umsonst. Bojen an und für sich finde ich gut, schützen sie die Unterwasserwelt. Wir Segler sind einfach zu viele geworden. Da ist nicht mehr ein Schiff, da sind 20 und mehr. Einige wollen dann noch die Gastfreundschaft ausnützen, was natürlich auf den Rest der Segler abfärbt.

Jetzt freuen wir uns mal aufs Ankommen, dass wir wieder einmal eine Nacht durchschlafen zu können und auf einen ruhigen Ankerplatz.

Versegelt ab Manihi: Segel/Motor/Gesamt : 758 / 63 / 821 sm

Etmal: Segel/Motor/Gesamt : 80 / 6 / 86 sm

Ua Poa: noch 32 von 465 sm; 433 sm zum Ziel geschafft

mit Sailmail per Pactor 4 und SSB Funk übertragen.
de OEX8635