Wer kennt nicht das eine oder andere Bild von Ferry im Spital in Panama, Neuseeland oder Australien. Leider war es wieder mal soweit.
Ziemlich am Anfang unserer Australien Reise bekam Ferry eine offene Wunde am Fußballen. Diesmal hat er sich nicht verletzt, sondern seine neuen auf ihn angepassten orthopädischen Schuhe haben wahrscheinlich eine Druckstelle verursacht. Zuerst hatten wir nur die Vermutung, aber im Spital bekamen wir die Bestätigung.
Lange Zeit hatten wir die Wunde im Griff, jedoch Mitte Dezember verschlechterte sie sich auf einmal. In Canberra versuchten wir Antibiotika zu bekommen. In Sydney dann konnte ich Ferry überreden in ein Medical Center zu gehen. Eigentlich wollten wir nur ein Blutbild, einen Abstrich, ein Röntgen und eine Wundbehandlung. Wir wurden jedoch sofort in die Emergency überwiesen.
Trotz Privat Patient hieß es warten. Unser WoMo stand in einer 2 Stunden Parkzone. Nach 5 Stunden konnten wir das Spital verlassen, sagen wir mal, Ferry hat sich selbst entlassen. Der Arzt meinte er sollte gleich hier bleiben, aber er sagte auch 2-3 Tage mit Antibiotika ginge es noch. Genau das wollte Ferry hören, denn in 2 Tagen ist Silvester.
Nach der ganzen Aufregung gehen wir zurück zum WoMo, aber es steht nicht mehr dort. Da wir die 2 Stunden Parkzeit mehr als überzogen hatten, ist unser erster Gedanke, die haben uns abgeschleppt. Wir gehen nochmal zurück ins Spital und lassen uns von der Krankenschwester helfen. Einige Telefonate später wissen wir, es wurde kein Auto mit unserem Kennzeichen abgeschleppt. Uns schwant böses – Diebstahl. Keine Unterkunft, kein Kleidung – wir sahen uns schon unter der Brücke schlafen.
Wir begeben uns zur nächsten Polizeistation und dort helfen sie uns weiter. Nein, es wurde nicht abgeschleppt, aber man vermutet, wir haben an der falschen Stelle gesucht. Wir werden mit dem Polizeiauto zu unserem vermeintlichen Parkplatz geführt. Natürlich steht es noch immer nicht dort. Als er jedoch noch um eine Ecke fährt sehen wir schon von der Ferne unser WoMo. Wir sind glücklich und schämen uns natürlich. Jedoch der Polizist meint: „Ihr seid nicht die ersten denen das nach dem Spital passiert! Habt noch eine gute Reise!“ Über die 5 Stunden Parkzeit herrscht stillschweigen.
Endlich wieder am Campingplatz nutzten wir die Zeit um alles mit unserer Versicherung zu klären. Wir können noch die Silvesternacht genießen und nach dem Ausschlafen geht es zurück ins Spital. Dort bekommt er sofort Antibiotika (Abstrich war inzwischen ausgewertet) intravenös und 2 Stunden später ist er in einem 4 Bett Zimmer untergebracht.
Die Ärzte entscheiden eine Angiografie im linken Bein zu machen und danach die Wunde zu „reinigen“. Eine Reinigung einer Vene erfolgt, zum Glück ist kein Stent notwendig und es ist kein Knochen befallen.
Ich kämpfe weiter mit dem Papierkram der Versicherung. Des weiteren versuche ich herauszufinden was ich alles stornieren kann. Überlege ob ich notfalls alleine die Reise fortsetze, ich entscheide mich aber dann doch im Notfall nach Hause zu fliegen.
Nach einer Woche bekommt er einen Stiefel der seinen Vorfuß nicht mehr belastet. Sein Orthopädischer Schuh bekommt eine interimsmäßige Aufdopplung. Die Ärzte meinen, einfach den Fuß nicht belasten, er sollte jetzt heilen. Unsere Reise ist nicht zu Ende, aber ein wenig gebremst.




