Archiv der Kategorie: Italien

Kein Motor – was nun?

Steak Diane

 

Den Montag verbringen wir mit Lesen, Faulenzen und Blog schreiben. Muss auch mal sein. Ferry kocht ein traumhaftes Steak Diane, bevor wir an Land fahren.

 

 

 

Während des Essens werden wir überaus freundlich von einem vorbeifahrenden Dinghi gegrüßt. Geschirr kommt in den Abwasch, denn wir wollen noch zur Happy Hour und das dortige gute Internet nutzen. Ich lade schnell die Fotos rauf, setzte sie in den alten Bericht und lade den neuen hoch.

Irgendwie kommt mir die Sprache am Nachbartisch sehr vertraut vor. Bald entwickelt sich ein Gespräch und wir rücken näher zusammen. Peter und Ulrike von der SY Blue Moon sind aus Bayern und sind schon die zweite Saison in der Karibik, fliegen aber über den Sommer immer nach Hause. Wir wollen morgen weiter zur Insel Anegada. Dort soll es ein großes Riff, Flamingo und Sandstrände geben.

 

Virgin Gorda

Am Vormittag gehen wir Anker auf, später als geplant, aber wir haben schönen Segelwind. Kaum sind wir bei den Riffen vorbei, wird auch schon der Motor abgedreht. Die Angel wird nachgeschleppt, wäre doch ein Fischmenü nicht schlecht. Diesmal müssen wir uns mit gefangenen Seetang begnügen.

 

 

 

Kurz vor der Einfahrt es ist Highnoon, gerade richtig, um ins Riff rein zu fahren, startet Ferry den Motor, er ist auch gleich da, aber er stirbt auch gleich wieder ab. Mehrere Versuche den Motor wieder zu starten bleiben erfolglos.

Was nun? Ohne Motor in die nur 3-5 m tiefe Riffeinfahrt hineinsegeln, unter Segel Anker werfen und hoffen das er hält! Nein, das ist keine Option! Draußen auf 5 m vor Anker gehen, wäre eine Option, aber hier schaukelt es gewaltig, nicht für Reparaturen geeinigt. Außerdem würden wir auflandig liegen, da lege ich ein Veto ein.

Ferry auf Fehlersuche

Ferry verkriecht sich in den Motor und in die Staukoje und ich gehe ins Beiliegen. Bald ist klar wir bekommen keinen Sprit, aber warum? Unsere Tanks sind voll. Die einmal gemachte Bemerkung, in der achteren Koje, vor allem in der Bilge riecht es nach Diesel, hilft Ferry einen Schritt weiter. Er räumt alles aus, und bemerkt, der in der Staukoje ausgelegte Schaumstoff ist nass und riecht ebenfalls nach Diesel.

Nach einer Stunde fällt die Entscheidung, wir gehen zurück nach Virgin Gorda. Hier haben wir mehr Chancen Hilfe zu bekommen. Am Wind geht es zurück, leider kommt der Wind immer mehr von Gorda, wo wir hinwollen, inzwischen habe ich schon alles ausgerefft was an Tuch vorhanden ist. Ferry sucht weiter nach dem Fehler, rutscht dabei sogar am eigenen Schweiß aus. Aber inzwischen hat er die Ursache gefunden. Es ist der Dieselvorfilter, der einen Sprung im Glas hat. So kommt Luft in den Kraftstoffkreislauf – nicht gerade ideal für einen Dieselmotor.   Ferry baut ihn aus, hängt die Dieselschläuche so um, dass der Motor wieder Sprit kriegt und füllt mit der berühmten Spritze den Feinfilter über die Entlüftungsöffnung.

ohne die geht es auch

 

Ziemlich genau in der Mitte von Gorda und Anegada, ein erneuter Startversuch. Nach ein bisschen stottern ist er da und er wird erst wieder nach erfolgreichem Ankern abgeschaltet. Wir richten unseren Bug wieder Richtung Anegada und können um 17:30 den Anker hinter dem Riff werfen.

 

Später schauen noch Ulrike und Peter vorbei. Sie haben uns beobachtet, wie wir draußen unsere Runden gedreht, bzw. im Beiliegen waren und sie dachten natürlich, dass wir irgendwelche Probleme hatten. Morgen machen wir alles wieder sauber und dann wollen wir die Insel genießen. War wohl wieder nichts mit Urlaub, aber übermorgen fängt er an, bestimmt.😉